Levent Kunt untersucht urbane und soziale Strukturen im öffentlichen Raum. Ausgehend von seinen Recherchen entwickelt er Installationen und ortsspezifische künstlerische Eingriffe. Im Stadtraum inszeniert der Künstler absurde Handlungsabläufe. Er verändert bauliche Elemente und veredelt Fundstücke. Er lässt die Öffentlichkeit nicht nur visuell an seiner Kunst teilhaben, sondern bezieht sie auch aktiv mit ein und ermöglicht eine neue Rezeption des jeweiligen Ortes.

In einem Gespräch erwähnte Kunt die Architektin Jana Revedin, die unter nachhaltigem Bauen versteht, mit dem Vorhandenen so umzugehen, dass die Notwendigkeiten eines Ortes begriffen und seine Potenziale unterstützt und verwirklicht werden. Dies setzt eine beobachtende Haltung voraus, eine langsame Annäherung, der Eingriffe folgen, die mehr öffnen und anbieten als verbauen und vorgeben. Auch die Arbeiten Levent Kunts scheinen mir wesentlich auf dieser Art des Handelns zu beruhen, wobei sie als Werke, die nicht zur angewandten Kunst zählen, die reine Möglichkeit, das Vermögen und den Willen in den Vordergrund stellen, Vorhandenes neu und anders zu denken – und diese Möglichkeiten entsprechend durchspielen.